In der Höhle des schwarzen Panthers (1977)

Gegen Ende der 70er neigte sich die glorreiche Zeit von Sonny Chiba, da schon jenseits der 40, als Actionheld dem Ende zu. In dieser, naja, recht komischen Geschichte um Rache und Verrat (was sonst?) trifft er sogar auf Hongkong-Star Bolo Yeung, auch Etsuko Shihomi schaut mal wieder vorbei.

Als kleiner Junge musste Mu Yun Tek (Sonny Chiba) mit ansehen, wie seine Mutter von Drogengangstern ermordet wurde. Er trainierte danach über Jahre Karate, um sie zu rächen. Doch dann wird sein Meister von seinem Mitschüler Samuan (Yasehiro Shikamura) ermordet. Den kann er zwar stellen, ist ihm aber unterlegen. Außerdem behauptet der Bursche dreist, dass der Meister ein Drogenschmuggler war und er nur dieses Geschäft übernehmen wollte.  An anderer Stelle schleust sich der Drogencop Chun Kan (Tadashi Yamashita) in die Organisation von Samuan ein. Er tut sich schließlich mit Tek, der immer weiter trainiert hat, zusammen, um Samuan auf einer Insel zu stellen, wo sie auch auf Lihua (Etsuko Shihomi) treffen. Doch Nepal (Bolo Yeung), die rechte Hand des Gangsters, erwartet sie schon…

Das hört sich erst einmal zwar etwas wirr, aber eher konventionell an, möchte man meinen. Und die Abstrusität dieser Rachegeschichte lässt sich auch kaum anhand einer kurzen Inhaltsangabe widerspiegeln. Da ist dann kein Platz drin für die Frau, die Chibas Charakter wieder gesund pflegt und in der er seine Mutter wiederzuerkennen glaubt. Man bekommt keinen Eindruck von seinen Trainingseinheiten, die er unter Elektroschocks absolviert, was ihn, zwecks Schmerzlinderung, in die Drogensucht treibt. Und auch die Wendungen in dieser Geschichte, die nicht nur ein doppeltes, sondern gar dreifaches Spiel treibt, sind so nicht zu erfassen. Aber wenn man dann mittendrin ist, kann einem schon mal schwindelig werden.

IN DER HÖHLE DES SCHWARZEN PANTHERS ist auf jeden Fall der mit der wirrsten Plotte ausgestattete Chiba-Film, den ich bisher gesehen habe. Dagegen schauen DOBERMAN COP oder WOLF GUY geradezu konservativ und nüchtern aus. Interessant ist mal wieder das Aufeinandertreffen von Karate und Kung-Fu, dem aber wenig Augenmerk geschenkt wird. Denn Bolo Yeung, der hier recht lustig mit Mütze und Sonnenbrille als lächerlich Henchman durch das letzte Drittel stakst, hat leider auch nur eine Kampfszene. Genauso Etsuko Shihomi, deren Auftritt sowieso arg kurz ausgefallen ist. Aber man hat ja noch Sonny Chiba, der sich durch die Hölle mit seinem Stromschock-Training jagt. Das muss man wirklich mal gesehen haben.

Als Chiba-Fan kommt man also nicht an dem Film vorbei. Die Verfügbarkeit ist durch die DVDs aus dem Hause NEW (oder eben entsprechend nachgepresste Bootlegs) eigentlich jederzeit gegeben, einen faden Beigeschmack hat das aber schon. Seine Erstveröffentlichung erfuhr IN DER HÖHLE DES SCHWARZEN PANTHERS als VHS bei Mike Hunter Video, wurde 1986 erst- und 2011 sogar folgeindiziert (wofür, erschließt sich mir aber nicht ganz). Es ist ein komischer Film, die wirre Geschichte gibt nicht immer Sinn, aber es gibt immer was zu sehen, denn das Drehbuch verharrt nirgendwo lang, als dass es Sinn stiften oder eben auch langweilen könnte. Keine hohe Filmkunst eben, aber launiger Karate-Trash mit Meister Chiba.

Author: Thomas Hortian

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