Der Todesblitz der Shaolin (1976)

Ich habe mir letztens „Die Todesbox der Shaolin“ zugelegt, die fünf Eastern für kleines Geld umfasst. Als erstes landete DER TODESBLITZ DER SHAOLIN mit Alexander Fu Sheng in den Player.

Der junge Fu Sheng (Alexander Fu Sheng) gilt als Hitzkopf mit ausgeprägtem Gerechtigkeitssinn, der ihn immer wieder in Schwierigkeiten bringt. Meister Zhou (Shan Mao) zählt ihn zu seinen gelehrigsten Schülern, hält ihn aber auch für zu naiv und gutmütig. Den Händlern der Stadt ist Fu Sheng sowieso ein Dorn im Auge. Denn er legt sich bevorzugt mit Dieben und Betrügern an, deren Rache sie fürchten. Das kostet ihn schließlich seinen Job als Rikscha-Fahrer und dann auch noch seinen Platz an der Karateschule. Doch als Fu Sheng sich mit der Gang von Feng (Johnny Wang) anlegt, schickt Zhou ihn zum befreundeten Meister Zhu (Chen Hui-Lou). Der soll ihn das überlegene Shaolin-Kung-Fu lehren…

Keine gute Tat bleibt ungesühnt, das muss auch Fu Sheng feststellen. Immer, wenn er dem Unrecht in seiner Umgebung Widerstand leistet, lasten es ihm seine unbescholtenen Mitbürger an. Denn Gegengewalt erzeugt nur Gegen-Gegengewalt, wie man weiß. Immer muss Fu Sheng dafür zahlen, wenn er sich zur Wehr setzt. Tatsächlich übertreiben Chang Cheh und Wu Ma es hier mit dem „Wenn man sich wehrt, wird es nur schlimmer“-Mantra ein wenig. Zudem ist unser Held nicht nur reichlich gutherzig, sondern auch ziemlich naiv. Gleich zu Beginn bekommt er so ein Messer eines Ganoven, dem er nach einer Tracht Prügel netterweise wieder aufhelfen will, zwischen die Rippen. Hier zieht auch sein Meister, der seine Zivilcourage eigentlich zu schätzen weiß, die Reißlinie und schmeißt ihn aus der Schule.

Der Story-Aufbau von DER TODESBLITZ DER SHAOLIN erweist sich letztlich als genauso zweckmäßig wie beispielhaft. Wir leiden mit Fu Sheng, der allein schon durch seine Hilfsbereitschaft aneckt. Das ist, wie schon erwähnt, etwas dick aufgetragen, funktioniert aber. Um sich für größere Aufgaben, also der Auslöschung von Fengs Bande zu widmen, wird er zum Meister des übermächtigen Shaolin Kung-Fu geschickt. Tatsächlich flächten Cheh und Ma noch eine Nebenhandlung ein, die das Ganze noch etwas unterfüttert. Fu Shengs Beschützer-Instinkt ist besonders gegenüber Xiao Li (Hsia Hui Wu), die für ihn wie eine kleine Schwester ist, sehr ausgeprägt. Ihr spielt das Schicksal schließlich auch übel mit, was das Fass endgültig zum Überlaufen bringt. Der Pay-off gegen Johnny Wang ist dann natürlich sehr befriedigend, zumal sehr blutig und brutal.

Am Anfang und Ende gibt es Störungen in der deutschen Tonspur. Zu Beginn des Finales ist das Bild unscharf, wahrscheinlich entstand das HD-Bild (1080i) als Upscale der HK-DVD. Etwas ätzend ist, dass die deutsche Tonspur immer wieder, gerne auch mitten im Satz, für den O-Ton unterbrochen wird. Der deutschen Kinofassung fehlten immerhin 20 Minuten. Und der vollständige O-Ton hat leider nur englische Untertitel. Das ist besonders ärgerlich, da keine deutsche Kinofassung mit rückgängig gemachten Gewalt-Cuts mit an Bord ist. Das war bei vielen Veröffentlichungen von Black Hill/Koch Media ansonsten ein großes Plus, das hier fehlt. Insgesamt kann man DER TODESBLITZ DER SHAOLIN als netten Schmaus für Fans von Chang Cheh und Alexander Fu-Sheng nehmen. Den Film gab es nicht einmal auf VHS, sodass es wirklich keine deutschsprachige Alternative gibt. Im Rahmen der günstigen Box sicherlich lohnenswert.

OFDb | IMDb

Author: Thomas Hortian

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