King Fu – Seine Fäuste zucken wie Blitze (1973)

Der nächste Film aus „Die tödliche Box des Shaolin“ bringt mit KING FU – SEINE FÄUSTE ZUCKEN WIE BLITZE eine weitere Neuentdeckung, allerdings eher eine der durchschnittlichen Art. Aber immerhin gibt es Ku Feng (DIE TÖDLICHEN ZWEI, THE BLACK TAVERN) in der Hauptrolle zu sehen. Und das ohne einen zu zwirbelnden Bart!

Der Opium-Schmuggler Gordon hat viele Feinde. Deswegen veranstaltet er einen Martial Arts Wettkampf, um dessen Sieger zu seinem Leibwächter zu küren. Das wiederum veranlasst seinen Konkurrenten Pau Wan, einen eigenen Mann Li Tien Dao (Wang Hsieh) hier einzuschleusen, um Gordon die Jade abzuluchsen, die der aus China nach Europa exportiert. Dieser benutzt mies Tricks, um seinen Gegner Mai Gen (Chan Shen) auf jeden Fall zu besiegen. Durch eine Ellbogen-Waffe aus Eisen kann er tatsächlich gegen dessen eiserne Fäuste bestehen. Gordon besteht auf einen Kampf auf Leben und Tod, doch Mai Gens Bruder King Fu (Ku Feng) kann ihn schwer verletzt retten. Allerdings kittet das nicht das Verhältnis der beiden, denn kurz darauf wird Mai Gen ermordet und King Fu als sein Mörder gesucht…

Ku Feng darf mal den Guten geben, im Original ist King Fu dann gar Volksheld Wong Fei Hung. Auf dem Regiestuhl saß mit Ho Meng-Hua (THE LADY HERMIT, DIE FLIEGENDE GUILLOTINE) ein Routinier. Eigentlich gute Voraussetzungen für einen zünftigen Eastern. Doch die Kriminalhandlung von KING FU – SEINE FÄUSTE ZUCKEN WIE BLITZE tritt lange Zeit auf der Stelle. Wir wissen ganz genau, dass King Fu der Mord an seinem Bruder nur angehängt wurde, und alle anderen, bis auf die Polizei freilich, wissen das genauso. Da kommt einfach keine Spannung auf, die Plotpoints wirken halbgar und die Dramaturgie alles andere als zwingend. Auch der Zwist der Brüder taugt nur, um erst einmal den Verdacht auf King Fu zu lenken. Eine Konkurrenz zwischen ihren Schülern verläuft sich vollends.

Ein früher Höhepunkt ist das kurze Duell zwischen Wang Hsieh (THE DEVIL’S MIRROR, INVASION AUS DEM INNERN DER ERDE) und Chan Shen. Das ist aber auch schnell abgefrühstückt. Genauso ist dann auch der Endkampf zwischen Ku Feng und eben Wang Hsieh ein viel zu kurzes Intermezzo. Was dem Skript an Frische fehlt, geht auch den Kämpfen zumeist ab. Was den Film letztlich am Laufen hält, ist das flotte Tempo und die Befriedigung, eben Ku Feng mal nicht als Oberbösewicht zu sehen. Das hätte aber eben gerne auch in einem besseren Film mit befriedigeren Pay-off sein dürfen. Die im alternativen englischen Titel verstecken SHAOLIN DEATH KICKS spielen hier leider auch keine große Rolle.

Technisch kann man der Veröffentlichung von KING FU – SEINE FÄUSTE ZUCKEN WIE BLITZE kaum etwas ankreiden. Bild und Ton sind gut. Die alte deutsche Synchro überzeugen, für die wenigen Dialog-Fehlstellen gibt es Untertitel. Für Komplettisten und Fans von Ku Feng oder Wong Fei-Hung sicherlich interessant, für alle anderen eher nettes Beiwerk.

[OFDb]|[IMDb]

Author: Thomas Hortian

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.