Godzilla – Die Rückkehr des Monsters (1984)

Neun Jahre nach DIE BRUT DES TEUFELS startete GODZILLA – DIE RÜCKKEHR DES MONSTERS 1984 die sogenannte Heisei-Ära der Reihe. Der Film schloss, alle bisherigen Sequels ignorierend, direkt an das Original an.

Das Fischerboot Yahata Maru verschwindet mit dem Biologiestudenten Hirsohi Okumura (Shin Takuma) nahe einer Vulkaninsel. Der Journalist Goro Maki (Ken Tanaka) findet es im Meer treibend, wird am Bord von einer Riesenkakerlake angegriffen. Doch der einzige Überlebende Okumura rettet ihn. Alles deutet auf ein erneutes Auftauchen Godzillas hin, doch die Regierung entscheidet sich fürs Stillschweigen. Erst als Godzilla ein russisches Atom-U-Boot versenkt und ein Weltkrieg droht, beruft Minister Mitamura (Keiju Kobayashi) eine internationale Konferenz ein. Die USA und die Sowjetunion drängen darauf, die Riesenechse mit Atomwaffen angreifen zu dürfen, was die Japaner ablehnen. Sie setzen ihre ganze Hoffnung in das Geheimprojekt Super-X, das den Kampf aufnimmt, als Godzilla in Tokio einfällt…

Dieser Film zum dreißigsten Jubiläum des unübertroffenen Originals, war GODZILLA – DIE RÜCKKEHR DES MONSTERS damals als Event-Movie angelegt. Zugute halten muss man den Japanern hier zuallererst, dass man darauf verzichtet, dies zu einem dünnen Human Interest Drama verkommen zu lassen. Die persönlichen Schicksale, die hier geschildert werden, eben die des Studenten (und seiner Schwester) sowie des Journalisten, werden eigentlich nur dazu genutzt, ihre Beobachter-Positionen auf das Geschehen einzunehmen.

Dennoch hat der Film in der ersten Stunde mit einigen Startschwierigkeiten zu kämpfen. Dies wird zwar von einem kurzen Kampf gegen Riesenkakerlaken und einer internationaler Krise begleitet. Bis es zur erwarteten Monsteraction kommt, dauert es trotzdem gefühlt viel zu lange. Zumal sich gerade über die Konfrontation der Supermächte einiges an Spannung generieren ließe. Das lässt man zu schnell fallen und konzentriert sich auf die Streitfrage, ob Japan einen Einsatz von Atomwaffen zulassen sollte. Wenn Godzilla dann in Japan einfällt, sich durch die Skyline von Tokio fräst und gegen die Geheimwaffe Super-X kämpft, kann die Reihe ihre Trümpfe ausspielen. Das ist eben sympathisch altmodisch getrickst und für Fans der Reihe äußerst befriedigend.

Trotz alledem war GODZILLA – DIE RÜCKKEHR DES MONSTERS auch eine triumphale Rückkehr der Riesenechse auf dem Kino-Parkett. Die Reihe wurde wieder reaktiviert und weitere Filme folgten; ganz zur Freude der Fans. Allerdings sind heutzutage brauchbare Veröffentlichungen der Heisei-Filme fürs Heimkino rar gesät. Die amerikanischen Blu-rays werden zu horrenden Preisen gehandelt, europäische HD-Veröffentlichnungen gibt es gar nicht. Die deutschen DVDs sind qualitativ okay, aber die nachträgliche Synchro ehemals fürs Kino gekürzter Stellen fallen störend auf. Außerdem heißt es inzwischen, dass Toho den hiesigen Vertrieb gar nicht authorisiert hat.

Für Fans ist ein Film wie GODZILLA  – DIE RÜCKKEHR DES MONSTERS natürlich essenziell. Der Einstieg in die 80er-Jahre gelingt nicht vollends überzeugend, dürfte damals aber auch neue Fans angelockt haben. Der Film wirkt, dank neuer Tricktechnik, wuchtiger und durch die eher geerdete Story eingängiger. Es hielt wieder ein wenig Ernsthaftigkeit Einzug, vorbei waren erst einmal die Fantasy-Balgereien (inkl. Wrestling-Einlagen) mit Monstern aus dem All. Das brachte wieder etwas Abwechslung und neuen Schwung in die Reihe.

OFDb | IMDb | Wikipedia

Author: Thomas Hortian

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