Zehn gelbe Fäuste für die Rache (1972)

Weiter im Text mit der Eastern-Box. ZEHN GELBE FÄUSTE FÜR DIE RACHE von Chang Cheh ist die Fortsetzung zu seinem Boxer-Action-Drama FAN CHU – TÖDLICHE RACHE und spinnt die Geschichte zweier Halbbrüder (Ti Lung & David Chiang, wie könnte es anders sein?) tatsächlich weiter.

Den verkrüppelten Gangsterboss „Killer“ (Chen Sing) gelingt in Thailand die Flucht aus dem Knast. Auch wenn er nur ein Rädchen im Getriebe der südostasiatischen Mafia ist, dürstet er nach Rache. Doch seine Nemesis Wen Lieh (Ti Lung) ist inzwischen zu seinem Bruder Fan (David Chiang) nach Hongkong gezogen. Er betreibt dort nun eine florierende Kampfschule. Seine alte Mutter und seine Freundin Yu Lan (Ching Li) sind jedoch noch in Bangkok verblieben. Also tötet er kurzerhand die Alte und entführt die Kleine. „Killers“ Boss in Japan, Yamaguchi (Chang Cheh), hat allerdings andere Pläne. Er will Yu Lan als Köder nutzen, um Wen Lieh und Fan als neue Unterbosse in Hongkong einzusetzen. Als es denen aber gelingt, Yu Lan zu befreien, schickt der Boss seine rechte Hand Katsu (Yasuaki Kurata) mit einen Trupp seiner besten Kämpfer hinterher…

Ganz schön viel Handlung für einen zünftigen Klopper. Und genau das hebt ZEHN GELBE FÄUSTE FÜR DIE RACHE auch angenehm von seinen Vorgänger ab. Der bot ein eher ödes Sightseeing durch das zugegebenermaßen schöne Bangkok der frühen 70er, ließ aber im Anschluss auch die krachige Action missen. Hier geht es ungleich härter zur Sache, auch wenn sich der Film zwischen den Kampfsport-Einlagen die eine oder andere Pause nimmt. Man bekommt mit Hongkong, Bangkok und Tokio gleich drei illustre Schauplätze geliefert, und auch der Blick auf das zu bekämpfende Syndikat nimmt größere Dimensionen an.

Der Thailänder „Killer“ und sein nun einäugiger Adjutant erweisen sich als nur kleine Fische, während der dicke Brocken unantastbar scheint. Natürlich folgt dies einer simplen Eastern-Logik – man sollte sich nicht fragen, warum der Big Boss nicht einfach einen Killer schickt. Es geht eben um die handgreiflichen Auseinandersetzungen, und da hat ZEHN GELBE FÄUSTE FÜR DIE RACHE einiges zu bieten. In Hongkong beginnt „Killer“ damit, einen Kung-Fu-Schüler nach dem anderen auszuschalten. Doch bei den Brüdern beißt er sich dann die Zähne aus, worauf Yamaguchis Sekretärin die Bildfläche betritt. Sie lotst unserer Helden nun nach Japan, was aber ein eher kurzes Intermezzo darstellt. Zur großen Abrechnung treffen alle in Hongkong ein.

Neben den japanischen Actionstar Yasuaki Kurata ist hier auch ein junger Bolo Yeung zu sehen. Das Finale auf einer Baustelle kann sich dann auch sehen lassen, es erwartet uns ein brutaler Showdown. Lustig ist hierbei die Tatsache, dass a) die Schülerschaft Wen Liehs scheinbar nur aus den Bauarbeitern von Fans Arbeitgeber besteht, weil b) dieser seinen Boss fragem muss, ob der den Leuten für den großen Tag der Abrechnung frei gibt. So wird das halt in Hongkong geregelt. All das macht aus ZEHN GELBE FÄUSTE FÜR DIE RACHE ein recht kurzweiliges Vergnügen.

Die Blu-ray von Koch Films/Black Hill bietet gutes Bild und guten Ton. Der Release ist leider nicht komplett ungeschnitte, denn wegen eines Masterfehlers von Lizenzgeber Celestial fehlt ein Fußfeger. Aber damit sollte man leben können.

OFDb | IMDb

Author: Thomas Hortian

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