Temple of the Red Lotus (1965)

Der Wuxia TEMPLE OF THE RED LOTUS (1965) markiert nicht nur den ersten Film Jimmy Wang Yus für die Shaw Brothers, sondern auch den ersten Eastern des Traditionsstudios überhaupt.

Kwai Fu (Jimmy Wang Yu) möchte dem Versprechen seiner ermordeten Eltern nachkommen und Lian Zhu (Chin Ping), die Tochter des Jin-Clans heiraten. Das passt ihrem Cousin Du Zhuang (Lo Lieh) jedoch gar nicht. Kwai Fu wird derweil eingeflüstert, dass Clan-Chef Dragon Jin (Tien Feng) ein Bandit sei. Doch es ist nur ein Komplott, dass die falschen Mönche des roten Lotus aufziehen. Als Dragon Jin zu einem Treffen der Clans verschwindet, dürfen die Frischvermählten den Clan nicht verlassen, eine eherne Regel des Hauses. Da Kwai Fu aber darauf drängt, die Wahrheit auch hinter dem Mord an seinen Eltern zu erfahren, muss sich das Ehepaar durch die Wächter des Hauses kämpfen: die Onkel und Tanten des Jin-Clans, sowie Lian Zhus Mutter und Großmutter…

Unter den heutigen Eastern-Fans scheint mir TEMPLE OF THE RED LOTUS nicht recht wohl gelitten. Das kann ich zum Teil auch nachvollziehen, denn das Swordsplay wirkt stellenweise noch etwas steif, die Inszenierung altmodisch. Doch gerade letzteres sehe ich als eine Stärke des Films. Er fährt diese Dosis Kitsch auf, die die frühen Wuxia-Filme in einen fast märchenhaften Kontext rücken. Sie erinnert an alte Erzählungen, ans Theater und bildet einen schönen Kontrast zum klassischen Hollywood. Dazu passen dann auch die Lieder, die den Fortgang der Geschichte erzählen und die großartigen Studiobauten, die ja auch ein Markenzeichen der Shaws bleiben sollten. Aus diesem Grundgerüst heraus entstanden schnell die typischen Eastern-Abenteuer des Studios. Ich mag den Film und denke, dass er auch über seine filmgeschichtliche Bedeutung hinaus etwas zu bieten hat, sodenn man es annehmen möchte.

Die Action kommt in TEMPLE OF THE RED LOTUS schon nicht zu kurz, auch mit blutigen Details wird nicht gespart. Wang Yu, Chin Ping und Lo Lieh dürfen zumindest ansatzweise erahnen lassen, wie dies in Zukunft noch aussehen würde. Es fehlt einzig die Leichtigkeit in den Choreographien, die in den folgenden Jahren ein ganz eigenes Waffenkampf-Ballett etablierte. Der Kampfreigen gegen die neuen Anverwandten des Hause Jin ist nett anzusehen und sehr kurzweilig. Dieser Teil der Geschichte wird später in SHAOLIN MANTIS (1978) von Liu Chia-Liang nochmals aufgegriffen. Es werden einige Sachverhalte und auch Personen etabliert, deren Rolle nie ganz klar wird. Auch endet der Film sehr abrupt, was daran liegt, dass er nur der Auftakt zu einer Trilogie bildet. Diese wurde mit THE TWIN SWORDS (1965) und THE SWORD AND THE LUTE (1967) fortgeführt.

In Deutschland erschien der Film erstmals als WANG YU – DER TEMPEL DES ROTEN LOTUS in der Shaw Brothers Collection No. 1 von Koch Media. Kurz darauf feierte auch auf Tele 5 seine TV-Premiere. Dies blieb dann auch die einzige Veröffentlichung des Films hierzulande, die Box ist nur noch schwer und teuer erhältlich. Als Alternative bietet sich die DVD von IVL/Celestial aus Hongkong an. Sie hat allerdings den Regioncode 3 und enthält den Film nur in Mandarin mit englischen Untertiteln.

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Author: Thomas Hortian

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