Resident Evil (2002)

Warum RESIDENT EVIL? Weil ich gerade Bock auf 3D habe. Auf der Suche nach neuem Futter bin ich dann auf RESIDENT EVIL 4-6 gekommen, die ich noch gar nicht gesehen habe. Und der zum Masochismus neigende Komplettist in mir verlangt, dass ich eben wieder bei Teil 1 anfange und die Reihe, inklusive der Animationsfilme, beende. Here we go.

Halbgare Zombie-Action statt Grusel und Splatter

Im Hive, einem unterirdischen Labor der allmächtigen Umrella Corporation, wird ein neuartiges Virus freigesetzt, worauf das Sicherheitsprotokoll des Computers Red Queen den Hive abriegelt. Ein Sicherheits-Team (u.a. Michelle Rodriguez) soll jetzt nach dem Rechten sehen, findet in dem alten Herrenhaus, dass der Einrichtung als Fassade dient, zunächst nur Alice (Milla Jovovich) und Spence (James Purefoy) vor, die anscheinend ihr Gedächtnis verloren haben. Sie dringen zusammen in den Hive ein, doch die Red Queen sieht auch sie als Bedrohung an. Sie sitzen nun hier fest, umgeben von tödlichen Sicherheitssystemen und den eingeschlossenen Angestellten, die sich nach den Kontakt mit dem Virus in Zombies verwandelt haben…

Als RESIDENT EVIL 1996 für Sonys PlayStation erschien, revolutionierte es das Genre des Survival-Horrors, verband altmodischen Grusel mit modernem Splatter und reanimierte nebenher das inzwischen vor sich hin siechende Zombie-Genre. Der Film ist so ziemlich das genaue Gegenteil davon, er wirkt irgendwie bieder und blutleer. Die platte Plotte wird viel zu kompliziert erzählt, der Fokus liegt zu sehr auf den SF-Elementen im Laborkomplex. Denn anstatt die herausragende Grusel-Atmosphäre des Herrenhauses aus dem ersten Spiel heraufzubeschwören, spielt sich der Film fast vollständig in dem darunter liegenden Hive ab. Das kann man machen, bricht einem aber in jedem Fall das Kreuz, wenn die vielen Sets eben immer nur nach Sets aussehen.

Die Zombie-Action, die allerdings recht spät einsetzt, kann kaum überzeugen, weil die ganze Chose viel zu zahm und blutleer daherkommt. Auch die Zombiehorden staksen gelangweilt vor sich hin, sie animieren höchstens zum Kichern. In den besten Szenen kopiert Anderson auch nur Romero und das ziemlich lieblos und teils 1 zu 1, was schon viel über den Film aussagt. Dazu gibt es dann auch noch den tollen Gitternetz-Laser aus CUBE, vielleicht das Highlight des Films. Eigene Ideen oder auch nur eine werkgetreue Umsetzung von dem, was die Spielereihe damals noch ausgezeichnet hat, darf man hier schlichtweg nicht erwarten, sonst wird man unweigerlich enttäuscht. Das einzig erschreckende an dem Film ist, wie belanglos er ist und wie uninteressiert das alles abgehandelt wird.

Eindimensionale Figuren und dünne Dialoge ist man von RESIDENT EVIL ja gewohnt, aber das Casting war hier wirklich sehr mies. Gerade die Herren der Zunft scheinen furchtbar austauschbar, selbst James Purefoy zog es ja in der Pre-ROM-Ära noch vor, meist einfach mal gar keine Miene zu verziehen. Nur Michelle Rodriguez und Milla Jovovich hauchen dem Ensemble etwas Leben ein, sofern ihnen mal die Möglichkeit gegeben wird.

RESIDENT EVIL ist wahrscheinlich der perfekte Zombiefilm für Leute, die keine Zombiefilme mögen. Er ist so steril und unblutig, den sah man sich mit der Freundin im Kino an, die dann die Hand vor die Augen schlug, aber durchlugen konnte, weil es eben nicht gar so schrecklich war. Selbst für Fans von Milla Jovovich dürfte der erste Teil der Reihe noch nicht so sehr gehaltvoll sein, da sie die Zeit, in der sie bekleidet rumrennt (also zwischen der ersten und der letzten Szene), zumeist unsicher und graumäusig wirkt. Man hätte wohl doch lieber Romero ranlassen sollen, der wusste, wie man Zombies effektvoll in Szene setzt. Und da kommt es einem fast schon höhnisch vor, wenn man am Ende dem Meister noch einmal auf der Titelseite der Racoon City Times würdigt, wo da steht: „The Dead Walk!“

Author: Thomas Hortian

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