Zombie III (1988)

Nach den ganzen Lobhudeleien für meine Italo-Favoriten der letzten Woche, von denen sicher noch einige folgen werden, geht es heute um einen Film, der mich nicht zu Begeisterungsstürmen und wonniger Nostalgie hinzureißen vermag. Das mag zum einen daran liegen, dass die Produktion von ZOMBIE III unter keinen allzu guten Stern stand, aber auch daran, dass auch das Duo Fragasso/Mattei Ende der 80er ihre billigen Reißer quasi am Fließband drehten.

Hetzjagd durch die Urlaubs-Hölle

Auf den Philippinen entweicht ein bakteriologischer Kampfstoff aus den Versuchslabors und wird durch einen kontaminierten Vogelschwarm über die Insel verteilt. Während das Militär ausgesandt wird, um mit allen Mitteln die Ausbreitung einzugrenzen, treten die Soldaten Roger (Ottaviano Dell’Acqua), Kenny (Deran Serafian) und Bo (Massimo Vanni) gerade ihren Urlaub an. Sie retten eine verletzte junge Frau aus einer Reisegruppe, deren Bus von Zombie-Vögeln attackiert wird. Später lesen sie noch Patricia (Beatrice Ring) auf, die mit ihrem Freund Glenn an einer Tankstelle von Zombies angegriffen wurde. Zusammen versuchen sie sich durchzuschlagen…

Eigentlich sollte Lucio Fulci auf den Philippinen eine Fortsetzung zu seinem Klassiker WOODOO – DIE SCHRECKENSINSEL DER ZOMBIES drehen, konnte, wohl aus gesundheitlichen Gründen, den Film aber nicht beenden. Hier kamen dann Bruno Mattei und Claudio Fragasso ins Spiel, die die Produktion schließlich beendeten. Die Diskussionen, wer wie viel zu dem Film beigetragen hat, sind müßig und im Endeffekt auch vollkommen wumpe. ZOMBIE III ist eine wüste Aneinanderreihung von Action- und Splatterszenen, die bar jedweder Logik oder Gefühl für ein schlüssiges Konstrukt als Spielfilm abgespult wird. Die Macher konnten sich noch nicht einmal zwischen schlurfenden und rennenden Zombies entscheiden und schmeißen kurzerhand beides durcheinander.

Ich bin ja ein großer Fan von Bruno Matteis DIE HÖLLE DER LEBENDEN TOTEN, der sich bekanntermaßen großzügig bei Romeros ZOMBIE und Fulcis WOODOO bedient. Da er im besten Falle nun ein annehmbarer Kopist ist, gibt es auch hier durchaus Ansätze für atmosphärischen Szenenaufbau. Doch in eigentlich jedem Fall wird dies spätestens mit dem Auftauchen der Zombies wieder eingerissen, da die Inszenierung immer wieder in stupides Geballer verfällt, das schon nach kurzer Zeit eher einschläfernd wirkt. Ich bin als Fan von italienischen Zombies ja schon meist mit wenig zufriedenzustellen. Ich mag die Szenen im menschenverlassenen Hotel, sogar den Angriff eines schnellen Zombies auf Patricia und Glenn an der Tankstelle, doch dies stellt dann auch die Ausnahme dar.

Die Odyssee der Truppe gerät dermaßen beliebig, dass jeder Abstecher zu den Militärs und Wissenschaftlern am Rande zur willkommenen Abwechslung wird – und hier versuchen Fragasso und Mattei dann auch noch Romeros DAY OF THE DEAD zu rippen, in dem sie den General rigoros die Meinungen der Wissenschaftler ignorieren lassen (wenn dann Soldaten in Schutzanzügen und Gasmasken die Insel „säubern“ erinnert das auch nicht von ungefähr an CRAZIES).

ZOMBIE III schleppt sich mit seinem öden Geballer letztlich gerade noch so über die Ziellinie, ist aber schon wenige Stunden später sicherlich restlos aus dem Gedächtnis getilgt. Ihm mangelt es an einer stringenten Erzählweise, einer stimmungsvollen Inszenierung und pfiffigen Ideen (und nein, der untote Radiomoderator zählt da bestimmt nicht zu). Fragasso sollte im Anschluss mit ZOMBIE 4 – AFTER DEATH tatsächlich einen noch weit schlechteren Zombiefilm drehen, der aber mit unfreiwilligem Humor und einer unglaublich dämlichen deutschen Synchro punkten kann. Empfehlen mag ich beide Filme nicht.

In Deutschland kam ZOMBIE III 1989 direkt als Video heraus, 6 Minuten an Handlung und Gewalt gekürzt, und wurde noch im selben Jahr indiziert. Auch die italienische Videokassette von AVO mit der ungekürzten italienischen Kinofassung landete 1993 dort. Beide Versionen wurden 2014 vom Index gestrichen, was aber nichts zu sagen hat, da die Red Edition DVD von Laser Paradise, die auch die italienische Kinofassung enthielt, 2002 beschlagnahmt wurde. Also handelte es sich bei der Streichung der AVO Kassette sicherlich um einen Formfehler, da diese wegen Inhaltsgleichheit noch auf Liste B indiziert sein müsste.

Author: Thomas Hortian

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